Der Gipfelkrater, 924 Meter über dem Tyrrhenischen Meer, stößt in Abständen, die eher in Minuten als in Jahrhunderten gemessen werden, glühendes Material aus, und das Leuchten leitet die Schifffahrt entlang dieses Küstenabschnitts seit der Antike.
Die Insel liegt am nordöstlichen Rand des Äolischen Archipels, seit 2000 ein UNESCO-Welterbe, etwa 60 Kilometer von der kalabrischen Küste entfernt. Diese Entfernung erklärt die gesamte Logik der abendlichen Fahrten ab Tropea. Boote, die von der Costa degli Dei ablegen, überqueren am späten Nachmittag das offene Meer und planen die Ankunft so, dass man sich dem Vulkan bei Einbruch der Dunkelheit nähert. Anbieter wie die traditionsreiche Comerci-Flotte bauten ihren Ruf auf dieser einen Geometrie auf – daher der Suchbegriff „Stromboli by night da Tropea Comerci“ und das deutsche Pendant „Stromboli bei Nacht ab Tropea“, das von dem bedeutenden alpenländischen Markt genutzt wird, der den Sommer an dieser Küste verbringt. Schiffe, die als „Stromboli-Touren ab Tropea“ beworben werden, folgen im Wesentlichen demselben Bogen.
Was die Boote anzieht, ist die Sciara del Fuoco, der Strom aus Feuer. Es handelt sich um eine hufeisenförmige Narbe an der Nordwestflanke, die durch wiederholte Sektoreinstürze geformt wurde und über die ausgeworfene Lavabomben ins Meer rollen. Vom Wasser aus ist der Effekt auf eine Weise lesbar, wie er es vom Land aus nicht ist: eine dunkle Rinne, dann orangefarbene Bögen, dann Dampf, wo Gestein auf Salz trifft. Der anhaltende, energiearme Eruptionsstil, der hier beobachtet wird, gab der Vulkanologie den Begriff „strombolianisch“, der weltweit auf jeden Vulkan angewendet wird, der sich auf diese Weise verhält.
Die ständige Siedlung ist klein. San Vincenzo und Ficogrande gruppieren sich am nordöstlichen Ufer; Ginostra auf der anderen Seite bleibt einer der kleinsten bewohnten Häfen Europas. Weiß getünchte kubische Häuser, schwarze Sandstrände und die Felsnadel Strombolicchio – der erodierte Überrest eines älteren Schlotes, etwa 200.000 Jahre alt – vervollständigen die Komposition. Roberto Rossellini filmte hier 1950 mit Ingrid Bergman, und die Insel ist seitdem ein Synonym für elementares Kino.
Die Insel selbst erhebt keine Eintrittsgebühr: Der Eintritt beträgt 0 EUR, wobei die Landegebühr normalerweise im Fährticket enthalten ist, und der Zugang ist rund um die Uhr, 00:00–23:59 Uhr, jeden Tag uneingeschränkt. Das Interesse an „Stromboli bei Nacht ab Tropea“ blieb bis 2026 stabil, genau weil diese Kombination – kostenlose Insel, ticketpflichtige Überfahrt – unter mediterranen Vulkanstandorten von vergleichbarer Bedeutung ungewöhnlich bleibt.